20 Jahre V-Label in Österreich – Die Vergangenheit und Zukunft des veganen Gütesiegels
Hierzulande feiert das V-Label heuer einen runden Geburtstag. Seit 2002 vergibt die Vegane Gesellschaft das Gütesiegel an vegane und vegetarische Produkte. Wir werfen daher einen Blick auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des weltweit führenden Gütesiegels im Veggie-Bereich.
Geburtsort Schweiz – wie das V-Label von unserem Nachbarland in die Welt kam
Am Ende des 20. Jahrhunderts stieg mit der Anzahl an Vegetarier:innen und Veganer:innen auch die Notwendigkeit einer klaren und verlässlichen Kennzeichnung von vegan-vegetarischen Lebensmitteln. Unsere Schwesterorganisation Swissveg (damals noch als Schweizerische Vereinigung für Vegetarismus) entwickelte 1996 erste Richtlinien für die Deklaration von Veggie-Produkten. Ein Jahr später wurden Fleischalternativen als erste Produkte zertifiziert: Das V-Label war geboren. Renato Pichler, Initiator des Gütesiegels und Präsident von Swissveg, präsentierte das Projekt 1999 am Europäischen Vegetarier:innen-Kongress.
Seitdem wird das V-Label von vegan-vegetarischen Organisationen weltweit vergeben. In Österreich ist die Vegane Gesellschaft für die Zertifizierung mit dem V-Label berechtigt, das hierzulande vor zwanzig Jahren von unserem Obmann Felix Hnat eingeführt wurde. Daher kümmern sich er und das restliche V-Label-Team, das mittlerweile auf fünf Personen gewachsen ist, als Expert:innen in den Bereichen Wirtschaft und Lebensmitteltechnologie um das Gütesiegel und seine Vergabe.
Kriterien und Kontrolle – Was hinter dem V-Label steckt
Das V-Label zählt im deutschsprachigen Raum mittlerweile nicht nur zu den vertrauenswürdigsten, sondern auch zu den dynamischsten und trendigsten Gütesiegeln. Doch wofür steht es und wie wird kontrolliert? Grundsätzlich wird das Gütesiegel in den Kategorien „vegan“ und „vegetarisch“ vergeben und durch einen gelben Kreis und ein grünes V mit blättriger Spitze dargestellt.
Zurück zum Gütesiegel: Möchte ein Unternehmen seine Produkte zertifizieren lassen, muss es seine Rezepturen inklusive aller Inhalts- und Hilfsstoffe offenlegen. Bei kritischen Stoffen sehen wir besonders genau hin und verlangen Nachweise über die Herkunft der Rohstoffe. Zudem führen wir Audits durch unabhängige Kontrollstellen durch. Diese vergewissern sich vor Ort, ob alle Vorschriften eingehalten werden. Doch warum wird ein Gütesiegel überhaupt benötigt? Derzeit gibt es keine gesetzlichen Definitionen zu „vegan“ und „vegetarisch“. Die Deklarationen auf Produkten sind zudem oft schwer verständlich und unvollständig. Das Gütesiegel garantiert daher durch einheitliche Kriterien und Kontrollen, dass nur Produkte, für die keine tierlichen Stoffe eingesetzt wurden, das V-Label „vegan“ tragen dürfen.
Von Food zu Non-Food – Wie das V-Label immer mehr Bereiche umfasst
Nachdem wir in den ersten Jahren etwa 100 Produkte zertifiziert haben, ist der Boom an vegan-vegetarischen Produkten vor allem seit den 2010er-Jahren stark spürbar. Mit dem heutigen Tag sind hierzulande über 8.000 Produkte zertifiziert, weltweit sind es über 50.000 aktive Lizenzen. Das V-Label hat sich dabei im Lebensmittelbereich zum Marktführer bei vegan-vegetarischen Gütesiegeln entwickelt und ist aus den Einkaufsregalen nicht mehr wegzudenken. Alle großen Supermarktketten, also Spar, Billa, Hofer, Lidl und Penny, zertifizieren ihre vegan-vegetarischen Eigenmarken mit dem V-Label.
Damit nicht genug: Das V-Label ist auch in der Gastronomie sowie für Textilien, Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmittel erhältlich. Cateringunternehmen wie Brok und DoN sowie Fast-Food-Ketten wie Burger King erkennen, dass das V-Label ein Gütesiegel am Puls der Zeit ist. Textilhersteller:innen wie Betten Reiter, Vossen und Grüne Erde sehen das ebenso. Zu den Pionier:innenunternehmen im Bereich Kosmetik, Wasch- und Reinigungsmittel zählen zudem Planet Pure, Beauty Kiss und Sundance. In dieser Branche ist noch großes Potenzial vorhanden. Derzeit suchen Konsument:innen immer mehr nach pflanzlichen Produkten, um nicht nur sich, sondern auch die eigenen vier Wände sauber zu halten. Die Sterne stehen gut, dass das V-Label auch in dieser Sparte zukünftig noch stärker zu Transparenz für Konsument:innen und Unternehmer:innen beitragen wird.
Best Practice: Wasch- und Reinigungsmittel von Planet Pure
Planet Pure hat sich Sauberkeit auf die Fahnen geschrieben. Gekauft werden können die Produkte in Einzelverpackungen und zudem können sie in über 120 DM-Filialen nachgefüllt werden. Das V-Label garantiert, dass alle Produkte frei von tierlichen Inhaltsstoffen sind. Planet Pure wird durch die Zertifizierung mit dem V-Label zu einem Vorreiter im Bereich Wasch- und Reinigungsmittel und bietet Konsument:innen hochwertige und garantiert vegane Produkte.
Team vom V-Label in Österreich
In der Veganen Gesellschaft Österreich kümmert sich ein fünfköpfiges Team in enger Zusammenarbeit mit unserem Obmann Felix Hnat um die Zertifizierung mit dem V-Label. Wir haben die Teammitglieder zu Ihrer Tätigkeit befragt.
V-Label-Team: Johannes Gilli, Sandy Porzel, Edith Strof, Fabian Plank (von links nach rechts), Anaïs De Sousa Webber (nicht im Bild)









